Leute mit gutem Allgemeinwissen, vor allem, wenn sie im Grenzgebiet leben und sich mit der Kultur auskennen, wissen, was der Johan-Wenzel-Stamitz-Preis ist. Ich selbst habe nicht einmal gewusst, wer Johann Wenzel Stamitz war. Obwohl das eine große Lücke im Allgemeinwissen ist, vor allem, wenn man im Grenzgebiet lebt. Kurz gefasst: Das ist ein Preis, der "an die Komponistinnen und Komponisten sowie an ausübende Musiker und Musikerinnen geht, deren Werk und Wirken aus der Reflexion und im Austausch mit der deutschen Musik im östlichen Europa entstanden ist und in Affinität zur Musik der historischen deutschen Kulturlandschaften steht."

Ganz zufällig bin ich zu dem Preisverleihfestabend gekommen, da es dieses Jahr in Sokolov stattfand. Die Plakate, die aufgehängt waren, kündigten ihn als ein Smetana-Konzert an, was erstens ziemlich verwirrend war, zweitens hatte ich die Vorahnung, dass ich zum falschen Termin ins Stadttheater gekommen bin. Anstelle eines Konzerts des Symphonieorchesters aus Tepliz wurden da nämlich ewige Gratulations- und Dankesreden gehalten.

Dieses Jahr gewann den Preis Prof. Armin Rosin, der zufällig genau die angesagten Smetana-Werke mit den Musikern aus Teplitz geübt hatte und so sind die Zuschauer doch nicht kurz gekommen. Gespielt wurden drei Werke aus dem Zyklus Meine Heimat: „Šárka“, „Aus den Böhmischen Hein und Flur“ und „Blaník“. Und ich kenne mich wieder ein bisschen besser mit der Kultur im Grenzenland aus.

Martin Černý
člen sítě Čojčland

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