zug

Ich bin zum Bahnhof angerannt gekommen. Entweder habe ich den Zug knapp verpasst oder er kommt im nächsten Moment. Aus dem Haus daneben kommt ein Mann, um einem Hund aufzulauern.

„'Tschuldigung", frage ich, „ist der Zug schon vorbei?“
„Weiß ich nicht,“ sagt der etwa ältere Mann.
„Ja vielleicht haben Sie's gehört,“ versuche ich es noch einmal.
„Des hörst nimma,“ lautet die Antwort rasant. 

Das stimmt. Es gehört zu zu den interkulturellen Kompetenzen zu wissen, dass solche Fragen in Deutschland überflüssig sind. Die Züge „hörst nimma,“ wurde ich ja belehrt. Klar, man weiß es, wenn man darüber nachdenkt, aber es sind genau diese kleinen Angewohnheiten, die bestimmen, ob man sich auskennt, also ob man die hiesigen kulturellen Kompetenzen beherrscht. 

Im Gegensatz dazu kann man in Tschechien schwerhörig sein erkennt den Zug dennoch mit Sicherheit aus großer Entfernung. Aber was eigentlich hört man da? Wer verursacht den Krach? Rein physikalisch angesehn … da findet man die Erklärung bestimmt nicht, die Newtonische Mechanik funtioniert auf beiden Seiten der Grenze gleich. Ist der Zug oder sind die Gleise schuld?

Muss man die Grenzfälle sorgsam beobachten, um es herauszufinden? Machen deutsche Züge auf tschechischen Linien so viel Krach? Wie laut ist ein tschechischer International-Express auf deutschen Gleisen? Oder gibt es da sogar eine physikalische Anomalie? Das muss noch erforscht werden, das ist die große Aufgabe für junge Naturwissenschaftler aus dem Grenzland!

-- Martin Černý

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