Deutsch-Tschechische Theaterbegegnung „BINGO! – Für immer jung! Být stále mlád.“

Vom 10.-17.07.2017 trafen sich unter der Leitung von Mathias Straub und Martina Buchna in der niederbayerischen Kleinstadt Zwiesel 14 Jugendliche aus Deutschland und Tschechien um ein dokumentarisches Theaterstück zu entwickeln. Thematisch wurde mit Lebensgeschichten von Senioren gearbeitet, welche den Jugendlichen einen individuellen Einblick in die „deutsch-tschechische“ Geschichte und dem Prozess des Älterwerdens ermöglichten.Die Gruppe traf sich im Kolpinghaus Zwiesel, wo sie auch zusammen probte, in der Regel ihre Mahlzeiten einnahm und auch übernachtete. Im Verlauf der Projektwoche fanden an drei Tagen drei Zeitzeugengespräche statt.Am Sonntag den 16.07.2017 fand um 16:30 im Rahmen des Programms der Kulturregion Bayern-Böhmen die Premiere des in der Projektzeit erarbeiteten Theaterstückes statt. Am Montag dem 17.07.2017 fanden vormittags zwei Schulaufführungen statt.Das Projekt wurde mit einer gemeinsamen Reflexion im Kolpinghaus Zwiesel abgeschlossen.Das Projekt wurde unterstützt vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der Kulturregion Bayern-Böhmen (CeBB) und dem KJP.Das folgende Methodenprotokoll ist nach einer inhaltlichen Logik aufgeschrieben. Es gibt nicht jede einzelne Übung nach chronologischer Reihenfolge wieder, sondern will eine Inspiration für verschiedene Projektphasen bzw. Blöcke sein.

Ankommen:Die Teilnehmenden kommen zu leicht unterschiedlichen Zeiten an. Da vor allem die tschechischen Teilnehmenden eine lange Anreise hinter sich haben, wird die Zeit genutzt, um sich erst einmal informell kennen zu lernen und neugierig zu werden.Gemeinsam mit der Projektleitung bereiten die bereits anwesenden Teilnehmenden eine typisch tschechisch-bayerische Brotzeit vor. (Brezen, Obazda, Rohlíky, tschechische Aufstriche um Chlebičky zu machen, tschechische Kekse und Kofola)Formelles Programm:

KENNENLERNENNach dem beziehen der Zimmer geht’s los. Bei der Auswahl der Kennenlernaktivitäten wurde Wert darauf gelegt, dass das Kennenlernen der TeilnehmerInnen auf verschiedenen Eben (nonverbal, verbal, visuell, individuell und als Gruppe) ermöglicht wird. Vor allem auf das Erlernen der Namen wurde großer Wert gelegt.NAMENSKREISE:Reih um im Uhrzeigersinn gibt jeder seinem Nachbarn die Hand, und stellt sich seinem Nachbarn vor. Die Deutschen auf Tschechisch, und die Tschechen auf Deutsch. Die Anleitenden machen vor.
(Ahoj, já jsem Mathias! Bzw. Hallo/Servus, ich bin Martina)Reih um im Uhrzeigersinn nennt jeder seinen eigenen NamenReih um im Uhrzeigersinn nennt jeder den Namen seines NachbarnReih um im Uhrzeigersinn nennt jeder den Namen seines nächsten / übernächsten / X-ten Nachbarn(Gelegentlich auch Reih um gegen den Uhrzeigersinn Namen des X-ten Nachbarn nennen, gelegentlich auch Platzwechsel)

SOZIOMETRIE:Die Teilnehmenden stellen sich in einer Reihe nach folgenden Kriterien auf:ABC (Vornamen), der Größe des kleinen Fingers nach, der Größe der Fußsohle nach, der Größe nach, dem Geburtsdatum nach (Tag und Monat, nicht dem Alter nach!), dem Wohnort nach (von Ost nach West), der Anzahl der Geschwister nach, etc.KLATSCHSPIEL:(nach den ersten Kontakten mit mehr Spielraum werden die Namen nochmals wiederholt)Alle klatschen im Takt jeweils 2x auf die Oberschenkel und 2x in die Hände. Sobald alle dabei sind, beginnt eine Person und sagt beim Klatschen auf die Oberschenkel den eigenen Name und beim Klatschen mit den Händen den Name der Person zu der der Impuls geschickt werden soll. Usw.VAMPIRSPIEL: Die Teilnehmenden stehen im Kreis, ein Spieler - der Vampir - in der Mitte. Der Vampir nähert sich höchst angsterregend und brüllend (ohne zu Laufen) dem ihm genannten Mitspieler an, und versucht diesen zu berühren, bevor ein anderer Name gerufen wird. Dies wird dadurch erreicht, dass die vom Vampir bedrohte Person Augenkontakt zu einer anderen Person im Kreis aufnimmt, die dann einen anderen Namen ruft. Berührt der Vampir, sein Opfer, bevor ein neuer Name gerufen wird, wird es zum Vampir und kommt in die Mitte. Der Vampir ist erlöst, und nimmt den Platz seines Opfers ein.

SPEEDDATING MIT PORTRAITZEICHNEN: Die Teilnehmenden positionieren sich nach Nationalität getrennt in einem Innen- bzw. Außenkreis. Sie bekommen einen Pappteller und jeweils mindestens einen Filzstift. Zu Beginn jeder Runde beginnen wir mit dem Speeddating: Die Teilnehmenden haben innerhalb von 2 (oder je nach zeitlichen Möglichkeiten 3 Minuten) Zeit sich vorzustellen, sich zu unterhalten, etc. Die einzige weitere Regel ist, dass die gesamte Zeit hindurch gesprochen werden muss. Egal in welcher Sprache und welches Thema. Portraitzeichnen: Bei dieser Aktivität entsteht jeweils ein Gemeinschaftsportrait der Interviewten Personen. In jeder Runde zeichnet der neue Gesprächspartner ein Stück des Portraits seines Gegenübers. Die Projektleiter geben je nach Gruppengröße vor, wie viel gezeichnet werden soll. (z.B. Nur Kopfform mit Hals, Haare, Augen, Nase, Mund, etc.). Sobald alle Personen im Innenkreis mit allen Personen im Außenkreis gesprochen haben, kann die/der letzte Speeddating PartnerIn, noch ein paar wesentliche Informationen aus dem Gespräch mit auf den Teller schreiben. Anschließend kann dann vor der gesamten Gruppe jeweils der letzte Gesprächspartner mit Portrait vorgestellt werden. (Achtung: dauert relativ lange!)

FÄHIGKEITEN NUTZEN - Was ich ins Projekt mit einbringen kann: Alle im Kreis, nacheinander machen alle mit einer Geste und evtl. einem Geräusch vor, wie sie sich ganz besonders im Theaterprojekt einbringen können. (Hier wurden sehr tolle Angebote, von der Kostüm-Expertin bis zur empathischen Freundin gemacht)

Abschluss: Zum Abschluss unserer Kennenlernphase, lernt die Gruppe noch das Lied: “HLAVA, RAMENA, KOLENA, PATY” bzw. die deutsche Version “KOPF, SCHULTERN, KNIE, VERSEN”Diese Aktivität wurde gewählt, um auf die nach dem Abendessen geplante Einführung ins Tschechische hinzuleiten. (Die Tschechischen TeilnehmerInnen hatten in diesem Projekt teils sehr gute Deutschkenntnisse.)

ABENDESSEN / FRÜHSTÜCK: Die TeilnehmerInnen, bereiteten mit Unterstützung des Teams jeweils Frühstück und Abendessen vor. Dafür trugen sie sich in eine Liste ein. Die Zubereitung des Essens schweißt die Gruppe zusammen. Die TeilnehmerInnen helfen sich auch auf freiwilliger Basis gegenseitig – auch wenn sie nicht Dienst haben. Für das Abspülen war jeder selber verantwortlich. Allerdings, ist es nötig, dass immer auch ein/e ProjektleiterIn mit dabei ist, da ja die Dienste fairerweise wechseln, und nur so eine Konsistenz hergestellt werden kann. Außerdem haben die ProjektleiterInnen den besten Überblick, was an Essen da ist, etc. Auch vom Zeitmanagement gesehen ist es notwendig, dass ein/e ProjektleiterIn mit dabei ist. Trotzdem kam es oft zu Verzögerungen und für diejenigen, die Dienst hatten, sowie die Projektleitung gab es kaum Pausen.

SPRACHEDa bei čojč immer Deutsche und Tschechen im Theaterprojekt dabei sind, ist besonders wenn es um Sprache geht, am effektivsten, in čojč-Paaren zu arbeiten. Eigenverantwortlich in 1 zu 1 Situationen können die Teilnehmenden am besten Aussprache üben, oder Texte „verčojčen“ (also für beide Seiten verständlich machen).

ZEITUNGEN - AUSSPRACHE KLÄREN
Anhand einer Tschechischen Zeitung erklären die tschechischen Teilnehmenden den deutschen Teilnehmenden (dt. cz. Paare bzw. Dreiergruppen) die tschechischen Buchstaben, und deren Aussprache. Wer durch alle Buchstaben durch ist, kann Zeitunglesen.ZAHLEN VON 1 - 10. Die Teilnehmenden (dt. cz. Paare) bringen sich gegenseitig die Zahlen von 1-10 bei.

LIEDER VERČOJČEN und AUSSPRACHE EINSTUDIEREN
Für das Theaterstück wurden von der Projektleitung Lieder ausgewählt, die damals wie heute in Tschechien und in Deutschland bekannt waren und sind. In dt.-tschechischen Kleingruppen basteln die Teilnehmenden aus dem Deutschen und Tschechischen Liedtext einen čojčen Liedtext. Im Stück verwendet: Rosamunde / Škoda Lásky, Für immer jung / Být stále mlád und das Böhmerwaldlied wurde bereits im Projekt Štěstí und Glas verčojčt. Gemeinsam in der Großgruppe wird aus verschiedenen Versionen eine gemeinsame Best of Version entwickelt. In den gemischten Gruppen wird dann auch die Aussprache trainiert.

TAGESABSCHLUSS: Zur Abrundung des Tages treffen sich noch einmal alle gemeinsam im Kreis. Die Teilnehmenden teilen einander ihren persönlichen Bezug zum Thema mit. Wichtige Organisatorische Dinge werden geklärt, wer den anderen noch etwas mitteilen will, hat die Möglichkeit dies bei dieser Möglichkeiten zu tun.

WARM-UP:JO JASNĚ!Die Aktivität „Jo jasně“ ist eine gute Möglichkeit den ProjektteilnehmerInnen bereits beim Warm-Up ein Mini-Stück Verantwortung zu übergeben.Alle ProjektteilnehmerInnen laufen in einer Schlange durch den Raum, die Person, die die Schlange anführt, wird von allen anderen nachgeahmt. Es macht Sinn, wenn die Projektleitung beginnt, damit das Prinzip deutlich wird. Mit Musik macht das Ganze noch mal extra Spaß!Progression (CHOREOGRAFIEN erfinden):Für die Aufführung sollte eine Choreografie für eine čojč-Version des Liedes „Für immer jung – Být stále mlád“ entstehen. Nach dem JO JASNĚ Prinzip können Choreografie-Elemente zum Lied gesammelt werden. Ein/e Teilnehmer/in oder eine Gruppe von TeilnehmerInnen kann die besten Elemente zu einer Bewegungssequenz zusammensetzen. Natürlich dürfen dabei auch nach Belieben neue Elemente ergänzt werden.TANZENLieder sind ein dankbares Element für jede Aufführung – zumal man sie nicht nur singen, sondern auch tanzen kann! Einfache Volkstänze wie Walzer und Polka sind schnell gelernt und man wird gut warm.STRUKTURKREIS MIT DEHNÜBUNGEN: Ähnlich wie bei JO JASNĚ können im Stehen im Kreis Dehnübungen durchgeführt werden. Wenn Wert auf ein vollständiges Dehnprogramm gelegt wird, ist es aber einfacher – und schneller - wenn die Projektleitung das Dehnen selber anleitet! Außerdem macht es Sinn eine ähnliche Reihenfolge der Übungen beibehalten, damit die TeilnehmerInnen sich mehr und mehr auf sich selber konzentrieren können, und nicht immer auf die Anleitenden schauen müssen. Bei BINGO! wurde von unten (den Füßen) nach oben (dem Kopf) gedehnt, bzw. aufgewärmt.


STIMMTRAINING / WARM-UP STIMME (im Kreis) immer nach dem Warm-up:GRUNDLAGE: leicht gebeugte Beine, entspannt, mit Zwerchfell arbeiten / stützen.KOPF „DEHNEN“: nur mit Eigengewicht in die verschiedenen Extreme gehen und Luft reinschicken.LOCKER WERDEN – KÖRPER UND STIMMER KOMBINIEREN (Auch die Knie geben immer mit nach!):Unterkiefer fallen lassen: Jajajaja… (evtl. mit Hand helfen)Arm fallen lassen und Geräusch gehen lassenSchultern heben und Geräusch gehen lassen.ERDEN: Mit dem Fuß eine Zitrone am Boden ausquetschen und stimmhaftes „s“ (sä, sü, etc.)ZWERCHFELLARBEIT:Hände auf Rippen (Zwerchfell) und leise lachen (-> Hä, -> Co, -> Hm, alle tschechischen und deutschen Vokale bzw. Konsonanten)Pfütze (kombiniert Zwerchfell und Lockerung des gesamten Unterkiefers):Man stelle sich vor: Vor den im Kreis stehenden Teilnehmern ist eine große, tiefe Pfütze. Mit der Hand wird durch die Pfütze gefahren und das Wasser wird zu einer bestimmten Person gespritzt. Dabei schnauben die Teilnehmenden lauten wie ein Pferd mit den Lippen. Jede Person macht einmal vor, alle wiederholen. Jeder vormachende Person kann mehrere Personen nacheinander bespritzen, lange, kurze, tiefe, schwere, usw. Spritzer machen. Wichtig ist, das immer bestimmte Personen bespritzt werden! Wie auch bei allen anderen Stimmübungen ist es vorteilhaft, wenn von Anfang an „kommuniziert“ wird. D.h. es werden nicht unmotiviert Geräusche abgegeben, sondern es wird versucht, mit den Geräuschen etwas „auszusagen“. Es soll gespielt werden!FLUGZEUG:Ein Flugzeug hebt vom Boden ab, steigt hoch, und landet wieder. Mit dem Finger wird dessen Weg verfolgt. Mit vibrierenden Lippen wird das Geräusch des Flugzeuges imitiert (fließende Tonmodulation tief – hoch – tief).

Ein gutes Spiel zur Zwerchfellarbeit - auch für Zwischendurch - ist das SAMURAJ Spiel:Alle Teilnehmenden stehen im Kreis.Alle sind wach und konzentrieren sich. Die Handflächen sind vor der Brust zusammengelegt. Alle atmen gleichzeitig ein und sagen „ommm“ so lange, bis irgendjemand anfängt.Es fängt so an, dass jemand beide Arme schnell nach oben streckt - die Handflächen bleiben zusammen, und schreit „Ha!“. Seine Nachbarn müssen dann gleichzeitig von den Seiten neben ihm mit den Armen schwingen (die Handflächen bleiben zusammen), als ob man ein Schwert halten würde. Dabei schreien beide gleichzeitig „Ha!“. Der, der in der Mitte steht, schickt den Impuls weiter – mit zusammengelegten Händen zeigt er auf jemanden im Kreis und schreit „Ha!“.Der, der den Impuls bekommen hat, streckt die Arme nach oben, schreit „Ha!“ und so geht das Spiel weiter, bis jemand einen Fehler macht. Dann lachen alle („hihihihi“), und das Spiel fängt wieder an – alle konzentrieren sich und sagen gemeinsam „ommm“.Alle Bewegungen sind energetisch und schnell.Bei „Ha!“ sollte man die Stimme rauslassen.


THEATERTRAINING

KLATSCHKREIS Ein Klatschimpuls wird im Kreis herum geschickt. (z.B. im Uhrzeigersinn). Dabei drehen sich die Teilnehmenden beim Klatschen aufeinander zu. Nach und nach steigt die Geschwindigkeit. Wird dies beherrscht wird auf Lücke geklatscht. D.h. Man klatscht nicht dem direktem Nebenmann zu, sondern dem Übernächsten. ZÄHLKREIS Es wird (auf deutsch, oder auf tschechisch, oder gemischt) von 1-10 gezählt. Dies geschieht ohne feste Reihenfolge und ohne Absprache. Wenn zwei Teilnehmende gleichzeitig sprechen, wird wieder von vorne begonnen. Dies kann als Progression auch während eines Raumlaufes gemacht werden.

RAUMLAUFBeim Raumlauf sollte den TeilnehmerInnen klar sein, warum diese Übung gemacht wird!
Es geht erst mal darum die Gruppe und den Raum als Ganzes wahrzunehmen. Es wird eine 100%ige Präsenz der TeilnehmerInnen erwartet. Sie müssen sich auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren. (Raum, Gruppe, sich Selbst und den Weg, den sich gehen, nach und nach werden weitere Aufgaben hinzugefügt.)Begründung: Bei einer Aufführung muss ich als Spieler 100% wissen, wo ich mich gerade auf der Bühne befinde, was meine Mitspieler machen und was ich mache, ich muss wissen, bzw. erahnen, was wann geschehen wird, und evtl. für Improvisationen bereit sein. Nicht zuletzt soll das Ganze auch noch authentisch aussehen. Daher: Training!Es wird mit peripherem Blick gearbeitet. Die SpielerInnen gehen mit mittlerer Geschwindigkeit im Raum und versuchen dabei gleichmäßig im Raum verteilt zu sein. Die Vorstellung, dass man einen Teller im Gleichgewicht hält, hilft. Die Wege der Teilnehmenden sind unregelmäßig, von Mal zu Mal müssen sie neu entscheiden, wo sie hingehen, wie sie ausweichen, etc. NICHT im Kreis laufen! Progressionen: Man bewegt sich in verschiedenen Geschwindigkeiten fort (0 ist stehen, 5 mittlere Geschwindigkeit, 10 so schnell wie möglich). Zu Beginn gibt die Projektleitung die Geschwindigkeit vor, später entscheidet die Gruppe selbst. Ein Ball (später auch mehrere) wird zwischen den Teilnehmenden geworfen, fällt er auf den Boden, dann gehen alle in den Freeze. Die Gruppe entscheidet gemeinsam, wann sie sich wieder weiter bewegt. Die Gruppe bildet einen Kreis, eine Linie im Raum, einen Haufen, etc. (zunächst angesagt, dann entscheidet die Gruppe selber)Blinder Kreis (die Projektleitung klatscht, alle Freeze, und mit geschlossenen Augen in Kreis)

PARTNERARBEIT:

VORBEREITUNG ZUR STANDBILDARBEIT: STATUEN: Zu zweit, nonverbal. Passende Musik kann die Konzentration fördern.
VORSTUFE: Was sind die Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers? Was sind natürliche Körperhaltungen. Un/Gleichgewicht, etc.
Einer der Partner steht entspannt und lässt mit sich manipulieren.

STATUEN: Der „Bildhauer“ bringt seine Statue mit viel Gefühl in verschiedene Körperhaltungen. Die Statue hält die Positionen.
Es ist auf die Räumlichkeit der Statuen zu achten, außerdem auf verschiedenen Levels gearbeitet werden (Kniehöhe, Hüfthöhe, Kopfhöhe, und höher). Es können zum Thema passende Begriffe als Inspiration genannt werden.

STATUENGRUPPE:Alle Teilnehmenden stehen im Kreis. Nacheinander nehmen insgesamt drei Personen eine Position (Statue) im Kreisinneren ein. Von nun an verlässt jeweils die Person, die bereits am längsten im Kreisinneren ist, den Kreis, sobald eine neue hinzukommt.Variation: (SEM BERU)Die Statuen sagen, wenn sie in den Kreis gehen was, bzw. wer sie sind. Die 3. Person, nimmt die Form der Statue nur kurz ein, und sagt nicht nur wer sie ist, sondern auch, welche andere Person mit ihr anschließend den Kreis verlässt. Z.B. 1: „Ich bin ein Brett.“ 2: „Ich bin eine Bohrmaschine“ 3: „Ich bin der Bohrer und nehme das Brett.

“SZENENARBEIT - STANDBILD
In 3 bis 4er Gruppen wird zu bestimmten Szenen bzw. Textfragmenten ein Bild gestellt. Eine der Teilnehmenden ist die Regisseurin (Bildhauer) und kann die Haltungen der Statuen verbessern. Pro Szene werden mindestens drei Bilder gestellt (Anfang, Höhepunkt, Ende). Die 3 Bilder werden der Gruppe vorgestellt. Die Zuschauer können sagen, was sie sehen. Zum Schluss kann die Szene Gespielt werden.

SPIEGELNZu zweit, nonverbal. Passende Musik kann die Konzentration fördern. Die Teilnehmenden stehen sich zunächst gegenüber. Eine Person führt, die zweite spiegelt. Achtung: Die führende Person muss bedenken was die spiegelnde Person auch in der Lage ist zu kopieren. -> Keine zu plötzlichen Bewegungen und auf Sichtbarkeit achten! Nach 3-5 Minuten: Rollenwechsel, Nach 3-5 Minuten: Beide Partner führen, d.h. fließender Übergang zwischen führen und spiegeln.

Bewegungsquadrat
Zu Beginn in 3-5er Gruppen, nonverbal. Passende Musik kann die Konzentration fördern. Die Teilnehmenden stellen sich im Quadrat auf. Die Person, die in der Formation „vorne“ steht – also von allen gesehen werden kann, und die anderen nicht sehen kann - wird von allen anderen kopiert. Sobald durch eine Drehung eine andere Person „vorne“ ist, übernimmt diese automatisch die Führung. Es ist wichtig, dass mit peripherem Blick gearbeitet wird, damit die Choreografien gut aussehen, und die Konzentration und das Einfühlungsvermögen der Teilnehmenden maximal gefördert wird.
Nach und nach können die Einzelgruppen zu einer großen Gruppe verschmelzen.

MINIMAL PERFORMANCE
Die Hälfte der Teilnehmenden steht auf der Bühne, und blickt bewegungslos und entspannt, aber mit voller Präsenz aufs Publikum (andere Hälfte der Teilnehmenden). Passende Musik kann die Konzentration – sowohl der Performer, als auch der Zuschauer fordern. Es ist wichtig, das auch die Zuschauer ihren „Job“ gewissenhaft erfüllen um den Performern Energie zu geben. Je nach zeitlichen Möglichkeiten wird nach 5-10 Minuten gewechselt, und reflektiert.

LAUFSTEG
Alle Teilnehmenden sitzen im Zuschauerbereich. Nach und nach geht jeder von links beginnend am linken Bühnenrand entlang nach hinten auf die Bühne, geht bis zu Mitte, bleibt dort ca. 3 Sekunden stehen und blickt ins Publikum, geht geradeaus nach vorne zum Publikum, bleibt dort wieder 3 Sekunden mit Blick ins Publikum stehen, dreht sich um, geht gerade aus zurück nach hinten, 3 Sekunden Blick, geht zum rechten Bühnenrand, nach vorne, und zurück ins Publikum.
Ziel ist es, diesen Weg möglichst präsent zu gehen und die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

SCHAU MIR IN DIE AUGEN
Die Teilnehmenden sitzen sich gegenüber auf Stühlen in einem Innen- und Außenkreis. Sie blicken sich bewegungslos und schweigend 1-3 Minuten in die Augen, dann rotiert der Außenkreis. Dies wird solange wiederholt, bis alle Personen des Innenkreises allen Personen des Außenkreises in die Augen geschaut haben.

MEDITATION 15 MIN
In einer bequemen Position, regungslos und schweigend. Mit offenen Augen und 100% Präsenz. Alles was gehört, gesehen, gerochen, gefühlt wird, soll wahrgenommen werden. Alle Gedanken dürfen kommen und gehen wie sie wollen.

THEMENARBEITINHALTLICHE VORBEREITUNG ZUM ZEITZEUGENGESPRÄCH
Der folgende Block dient der Einstimmung der Teilnehmenden auf unser Thema. Ziel ist es, dass sich die Teilnehmenden mit den Zeitzeugen identifizieren können. Die Frage lautet letzten Endes immer: Was hat das Leben der Zeitzeugen mit dem Leben der Teilnehmer zu tun? Wie hätten sie (hätte ich) ich in deren Lage gehandelt? Was ist anders, mit welchen Problemen hab auch ich zu kämpfen? Um diese Fragen beantworten zu können müssen den Zeitzeugen aber auch die richtigen Fragen gestellt werden, denn die Logik ist auch umgekehrt: Was von dem was mir wichtig ist, bzw. war, spielte im Leben der Zeitzeugen eine Rolle.
Diese grundsätzlichen Überlegungen sollten auch mit den Teilnehmenden geteilt werden.Moderation:Wir wollen heute Nachmittag die Geschichte von Frau Antošová kennen lernen. Wir wollen aber auch Vergleichen. Was war in Frau Antošovás Leben ähnlich wie in unserem? Wo gibt es Übereinstimmungen? Was war total anders? Wie war das Leben von Frau Antošová in Deinem Alter?Um interessante Fragen zu finden, begeben wir uns auf eine Zeitreise durch unser eigenes Leben.

MEDITATION MIT ZEITREISE (Übersetzung konsekutiv)In einer bequemen Position, mit geschlossenen Augen. Text:Wir machen jetzt eine kleine Zeitreise.Das was gerade war, ist jetzt unwichtig, Du lässt es hinter Dir.Du gehst zurück – all die Jahre, die Du schon lebst.Du wirst jünger und jünger, bist Du ein Baby bist.Was fühlst Du?Was hörst Du?Siehst Du etwas?Was ist der am weitesten entfernte Moment an den Du dich erinnern kannst?Wer ist da?Wo bist Du?Was machst Du?Du wirst älter.Was ist die nächste Station in deinem Leben?Such Dir einen Moment aus! Mit wem verbringst Du diesen Moment? Und Wo? Kannst Du Dich an den Duft dieses Momentes erinnern?Werde älter und finde die Wichtigen Stadien in Deinem Leben. Was sind zu diesen Zeiten deine Wünsche und Träume?Du wirst älter und älter, bist Du schließlich Dein jetziges Alter erreichst.Was ist heute das Wichtigste für Dich? Was sind Deine Probleme? Was sind Deine Freuden?Du wirst älter. Was machst Du in 5 Jahren? Was ist dir Wichtig, w sind deine Wünsche.Was macht Dir Freude?Und in zehn Jahren?Zwanzig.40, 60, 70.

VOM AUTOMATISCHEEN SCHREIBEN ZU FRAGEN
Die Teilnehmenden schreiben in der ersten Person alles was ihnen zu bestimmten Themen/Fragen einfällt auf, und zwar ohne Zensur! Der Text bleibt privat, die Teilnehmenden bestimmen selber, was sie davon später in der Gruppe öffentlich machen wollen. Ob dieses, mit der Gruppe geteilte Material in der Aufführung veröffentlicht werden kann muss dann gegebenenfalls individuell, und mit großer Sensibilität abgeklärt werden. Die folgenden Fragen werden zunächst alle kurz vorgestellt. Anschließend werden die Fragen nacheinander mit jeweils 5-10 Minuten Zeit bearbeitet. Kindheit und Jugend. Wo bist Du? Mit wem? Was ist Dir wichtig? Was machst Du? Welche Jahres Zeit ist gerade? Ist es kalt, warm? Etc.Wie ist Dein Alltag heute? Wo wohnst Du? Etc.Wie stellst Du Dir Deine Zukunft vor? Wo wohnst Du? Etc.

Anschließend werden 5 Sätze oder Situation je Frage auswählt. Jeder Satz wird auf ein extra Papier geschrieben. Zur leichteren Unterscheidung der Themen, bekommt jedes Thema eine eigene Farbe.Die 5 Sätze werden jeweils der Gruppe vorgestellt, und durch die Projektleitung konsekutiv übersetzt.Sind alle mit Thema 1 fertig, folgt Thema 2, usw.Die so gewonnen Kärtchen werden nochmals in thematische Untergruppen geordnet. Zu den Untergruppen werden Fragen formuliert, die den Zeitzeugen gestellt werden können.

Exkurs: KOSTÜMPROBEDie Kostüme, die die Teilnehmenden und die Projektleitung mitgebracht hatten werden im Raum ausgelegt. Die Teilnehmenden suchen sich selber, teils mit Unterstützung von „Kostümexperten“ passende Kostüme heraus, und experimentieren mit Schminke. Die Aufgabenstellung war: Rentnerlook mit superfrechen Frisuren und Maken up! Das Kostüm sollte beim Zuschauer Assoziationen an innerlich junggebliebenen Senioren ermöglichen.
Ist genug Zeit vorhanden kann mit passender Musik eine kleine Modenschau inszeniert werden. (Variation der Übung LAUFSTEG)

WANDERUNG ZUM ZEITZEUGENGESPRÄCH IN KOSTÜMEN MIT ANSCHLIESSENDEM FOTOSHOOTING
Das die Teilnehmenden zum Zeitzeugengespräch ins Schwellhäusl mehr oder weniger in ihren Kostümen unterwegs waren, war für manche zunächst ungewohnt. Früher oder später hatten sich dann aber alle an diese Tatsache gewohnt, und hatten viel Spaß daran. Wer weniger auffällig sein wollte, konnte natürlich sein Kostüm im Rucksack transportieren, und weniger auffällig geschminkt mitgehen.

ZEITZEUGENGESPRÄCHE Für die Zeitzeugengespräche wurde Wert darauf gelegt, eine familiäre Situation herzustellen. Frau Antošová und Frau Stich, wurden in einem kleinen Gartenhäusen mit Kuchen und Kaffee empfangen. Die Tische wurden von den Teilnehmern mit Blumen geschmückt. Reih um stellten sich erstmal alle TeilnehmerInnen vor. Die Gäste wurden gebeten sich kurz vorzustellen. Erst dann wurden Fragen gestellt.
Die Zeitzeugen werden informiert, dass das Gespräch aufgenommen wird, damit die Geschichten nicht vergessen werden, die Tonaufnahmen aber nicht im Stück verwendet werden.

VERARBEITUNG DER GESAMMELTEN GESCHICHTEN
Nach den Zeitzeugengesprächen wird gemeinsam in der Gruppe reflektiert, welche Geschichten am interessantesten / beeindruckendsten waren. Diese Geschichten werden transkribiert und bilden die textliche Grundlage des Stücks. In Standbildarbeit können daraus kurze Szenen entwickelt werden, die mit in die Materialsammlung für das Stück mit eingehen und eine erste theatrale Inspiration für das Stücks darstellen. Letzten Endes wurde von der Projektleitung entschieden, dass es im Stück einen Hauptcharakter gibt, der von verschiedenen SpielerInnen verkörpert wird. Für diese Figur wurde eine Zeitleiste aus Szenen- bzw. Themenzetteln erstellt, um sich im Material besser zu orientieren, und noch einmal die Geschichte mit den Erfahrungen der SpielerInnen rück zu koppeln.

VIER VON UNS
Zu den ausgewählten Geschichten/Themen der Zeitzeugen wurden Fragen formuliert, die sich auf das Leben der SpielerInnen beziehen. Diese Fragen wurden quantitativ ausgewertet. Zu einem Beat aus Kinderinstrumenten wurde wurden diese Fragen im LAUFSTEG-Stil inszeniert.Beispiel: Kaum zu glauben, vier von uns haben schon mal für ihre Eltern Verantwortung übernehmen müssen. (Vier beliebige Spieler gehen gemeinsam am Laufsteg, sprechen gemeinsam den Satz und machen vorne an der Bühne eine passende Geste (Statue).

Literaturtipp:PLATH, Maike: Biografisches Theater in der Schule. Mit Jugendlichen inszenieren: Darstellendes Spiel in der Sekundarstufe. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 2009

NÄCHSTES PROJEKT

Generace Müll

Generace Müll?
27.08.-05.09.2021
Cheb und Wunsiedel

Auf unserem Projekt stellen wir uns die Frage: sind wir nun die “Generation Müll” oder nicht? Und gibt es überhaupt einen “Schuldigen”?

NÄCHSTE AKTION

Čojč Pädagogika

Čojč Pädagogika
11. - 14.03.2021
Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Babenhausen

Ich - Wir - Diversität: Wege in eine demokratische Jugendgruppe

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