6.-12.06.2022 in Passau
5.-11.07.2022 in Lety u Písku

Čojč + Theater + Arbeit + Geschichte + Gegenwart = 77

77

In diesem Theaterprojekt packen wir’s an! Wie sprechen wir über den Nationalsozialismus? Nervt uns Erinnerungskultur? Wie können aus trockenen Zahlen und Fakten Gefühle und gelebte Geschichte werden? In 14 Tagen lernen wir die Gruppe und das Nachbarland kennen, sprechen mit Expert:innen und besuchen historische Orte an denen wir praktisch mitarbeiten. Über diese Erfahrungen machen wir Theater…

Thema des Theaterprojekts

Kein Vergeben. Kein Vergessen.

77 Jahre nach der Shoa und den nationalsozialistischen Gewaltverbrechen an Millionen von Opfern, wird es immer schwerer vorstellbar, dass diese Gräueltaten möglich waren. Zeitzeug:innen werden weniger, NS Verbrechen werden relativiert. An vielen Orten sind Gedenkstätten und Mahnmale entstanden, die von ihrer grausamen Vergangenheit erzählen. Doch sind diese Skulpturen, Stolpersteine, und Gedenktafeln ausreichend? Können Skulpturen aus Stein, überhaupt die persönlichen, menschlichen Schicksaale verkörpern?

Das deutsch-tschechischen Theaterprojekt “77” will sich 2 Wochen lang damit beschäftigen, wie wir uns an diese grausame Zeit erinnern wollen. Wir werden Erinnerungsorte in Passau und Lety u Písku besuchen, deren Wirkweise vergleichen und die Geschichten hinter den Orten erforschen. Gemeinsam wollen wir überlegen, was solche Orte ausmacht und ob es einen Unterschied im deutschen und im tschechischen Erinnern gibt. Aus den gemeinsamen Erfahrungen wird ein deutsch-tschechisches Theaterstück entstehen, das als performatives Denkmal, unser gemeinsamer Beitrag gegen das Vergessen sein soll.

Projektablauf

Das Projekt besteht aus einigen festen Routinen, die sich täglich wiederholen, wie das Morgentraining vor dem Frühstück, Sprachanimationen und der Abendreflexion. An den Vormittagen wollen wir Expert:innen treffen, mehr über die Orte erfahren, an denen wir uns bewegen und arbeiten. In Passau werden wir uns an den Vormittagen im Atelier des Steinmetzes Christian Schafflhuber aufhalten, mit dem wir gemeinsam einen Stuhl bauen. In Lety u Písku sind wir vor allem draußen in der Natur - auf dem Gelände eines Erinnerungsortes. An den Nachmittagen stehen Theatertraining, Tanz, Spiele und das kreative Erarbeiten von Szenen auf dem Plan. Natürlich kommen dabei Freizeit, Ortserkundungen und das Kennenlernen der Anderen nicht zu kurz.

Der erste Projektteil findet in Passau statt. Dort wollen wir anhand von Einzelschicksalen erleben, was es bedeutete in diesem Regime zu leben - oder zu sterben. Übernachten werden wir in der Jugendherberge wo wir mit Vollpension versorgt sein werden. Die Jugendherberge liegt in der Nähe vom historischen Stadtzentrum, das wir bei unseren Recherchen gründlich erforschen werden.

Der zweite Projektteil findet in Lety u Písku (CZ) statt. Dort war zur NS-Zeit eine KZ Außenstelle wo insbesondere Sinti:zze und Rom:nja aus Tschechien festgehalten wurden. Nach dem Krieg wurde dort ein Schweinemastbetrieb gebaut, der erst vor Kurzem stillgelegt wurde. Dort wollen wir helfen den entstehenden Gedenkort zu gestalten.
In Lety u Písku übernachten wir in einer Pension und fahren den kurzen Weg zur Gedenkstätte täglich gemeinsam mit dem Fahrrad. Wir werden also 24/7 an diesem geschichtsträchtigen Ort verbringen und ganz eintauchen - als Gruppe in dieses Thema.

Kompetenzen

In diesem Projekt erhältst du die Möglichkeit:

  • dich mit einem sehr relevanten historischen Thema auseinanderzusetzen, das auch heute brisant ist
  • deine Reflexions- und Kritikfähigkeiten zu schärfen und lermen, mit fremden Ansichten umzugehen
  • Teamfähigkeit und kritisches Denken in einem interkulturellen Umfeld zu stärken
  • zu recherchieren und zu lernen wie du Themen differenziert und kritisch auf den Grund zu gehen kannst
  • dich kreativ auszudrücken und an einer Theateraufführung zu arbeiten
  • sicher aufzutreten und dich auszudrücken - und das nicht nur in einer Sprache
  • spielerisch Tschechisch zu lernen
  • neue Leute aus dem Nachbarland kennenzulernen

Anmeldung & Konditionen

Alle Menschen mit Wohnsitz in Deutschland oder Tschechien, die zwischen 14 und 26 sind können am Projekt teilnehmen. Die Plätze sind begrenzt. Melde dich also am besten direkt unten auf dieser Seite an, oder schicke der Projektleitung eine unverbindliche Mail falls du Fragen hast!

Die Teilnahmegebühr beläuft sich (inklusive Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung, Versicherung, Material, etc) auf 180€. Sollte das für dich zu hoch sein sprich die Projektleitung gerne darauf an. Diese wird in jedem Fall eine Lösung finden!

Wir möchten ausdrücklich betonen, dass Nationalität, Geschlecht, Sexualität, Religion, Behinderung oder ökonomische Hintergründe kein Hindernis für eine Projektteilnahme darstellen sollen. Das čojč Netzwerk ist bunt und die Projektleiterinnen geben ihr bestes, das Projekt für alle die es wollen zugänglich zu machen.

Konzept und Leitung

Valentina Eimer

Valentina Eimer

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Adéla Horáková

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Flyer - Einladung zur Aufführung

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